Manchmal schreiben Hunde die bewegendsten Geschichten – eine davon ist die von Tyson, einem echten Kämpfer, der trotz seiner Herausforderungen niemals den Lebensmut verloren hat.
Tyson lebt aktuell im Tierheim Krefeld, nachdem er aufgrund einer Sicherstellung dort aufgenommen wurde. Wie es zu seiner Lähmung der Hinterhand kam, ist nicht genau bekannt – was man weiß, ist, dass er wohl zwei Mal eine Treppe hinuntergestürzt ist. Doch Tyson lässt sich davon nicht aufhalten: Mit seinem Rollstuhl flitzt er voller Energie durch die Gegend, als hätte er nie etwas anderes gekannt.
Als Tyson ins Tierheim kam, hatte er nur sehr wenig Gefühl in der Hinterhand. Die Hinterbeine hingen herunter und zeigten keine Bewegung.
In unserer Praxis wird Tyson liebevoll von unserer Therapeutin Janika Czernia betreut. Durch regelmäßige Massagen, Mobilisationen und gezielte Übungen unterstützen wir ihn dabei, beweglich zu bleiben und seinen Körper bestmöglich zu entlasten. Denn auch wenn die Hinterhand nicht aktiv mitarbeitet, müssen andere Muskeln und Strukturen das ausgleichen – eine Herausforderung, bei der wir ihn gezielt unterstützen. Die Nerven der hinteren Bereichs werden stimuliert und die Muskulatur gestärkt.
Mittlerweile schafft Tyson es sogar, sich auf die Hinterbeine zu stellen – ein unglaublicher Erfolg! Im Rollstuhl bewegt er die Hinterbeine inzwischen etwas mit. Das zeigt uns, wir sind auf dem richtigen Weg! Zeit, Geduld und gezieltes Training sind dafür entscheidend.
Tyson war vor 1.5 Jahren bereits bei uns zur Physiotherapie. Durch die gelähmten Hinterbeine war der Bereich der Schultern blockiert und überlastet. Die Muskulatur vorne war ungleichmäßig ausgebildet und die Rückenmuskulatur zurückgebildet. Im Unterwasserlaufband begannen wir den Muskelaufbau des Rückenbereichs und der Hinterbeine.
Nach der Pause hatten Rückenmuskulatur und Hinterbeine stark abgebaut. Den Rücken ließ Tyson tiefer hängen. Die Hinterbeine zeigten keine Bewegung. Ohne Rolli hingen die Hinterbeine schlaff auf dem Boden.
Der vordere Bereich würde dauerhaft ohne gezieltes Training wahrscheinlich überlasten. Schultern und Vorderbeine wurden verspannen blockieren und schmerzen. Die Schmerzen könnten Aggressionsverhalten verstärken.
Für Tyson empfehlen wir dauerhaftes, gezieltes Muskeltraining von Rücken und Hinterbeinen und Massagen des vorderen Bereichs.
Tyson ist nicht nur ein sportlicher Hund – er ist auch intelligent, verspielt und voller Energie. Bälle sind seine große Leidenschaft, und für ein Spiel ist er immer zu haben. Gleichzeitig bringt er aber auch eine starke Persönlichkeit mit: Seine Frustrationstoleranz ist niedrig, und wenn er seinen Willen nicht bekommt, kann es zu Übersprungshandlungen kommen. Deshalb braucht er eine klare Führung, liebevolle Konsequenz und Menschen, die sich mit seiner Rasse auskennen.
Artgenossen begegnet Tyson oft distanzlos oder sieht sie gar als Beute – daher sollte er in seinem neuen Zuhause als Einzelhund leben. Zudem ist er auf Hilfe bei der Blasenentleerung angewiesen, da er seinen Urin nicht selbstständig absetzen kann.
Gibt es für Tyson ein tolles, geeignetes Zuhause?
Für Tyson wünscht sich das Tierheim Krefeld eine ebenerdige Wohnung mit Garten, in der er sich frei bewegen kann. Seine neuen Besitzer sollten sich bewusst sein, was es bedeutet, einen „Rolli-Hund“ zu haben, und sich nicht vor der notwendigen Pflege und Physiotherapie scheuen.
Da Tyson als Listenhund gilt, müssen sich Interessenten zudem vorab über die jeweiligen Auflagen in ihrem Bundesland informieren. In NRW bedeutet das z. B. den Besitz eines großen Sachkundenachweises, sowie eine Leinen- und Maulkorbpflicht, bis er einen Wesenstest bestanden hat.
💙 Tyson hat so viel Lebensfreude – jetzt fehlt nur noch das passende Zuhause, in dem er weiter gefördert wird.
>> Mehr Infos zu Tyson gibt es auf der Website des Tierheims Krefeld
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